Sonntag, 24. August 2014

Wo ist die Zeit geblieben oder vegane Pizza am Sonntagnachmittag

Leute, ehrlich, wo bitte ist diese verflixte Zeit geblieben? Die Zeit, als ich noch bei uns über den Hof lief und mir eine Beschäftigung suchte? Als ich noch zu Ma und Daddy ging und quengelte:"Mir ist sooo langweilig...". Und ich die Worte:"Lena, warte mal ab, die Zeit vergeht noch schnell genug" noch nicht glauben und begreifen wollte. Als Kind erscheint es dir manchmal unmöglich, dass die Zeit jemals zu schnell vergeht. (Außer natürlich, man ist zum Spielen verabredet und wird PUNKT SECHS von seiner Mama abgeholt... ;) )

Ja, mittlerweile bin ich nicht mehr ganz so jung (alt auch noch nicht, aber zumindest keine sechs mehr), und es kommt mir vor, als verschlucke der Tag die Zeit einfach so. Happs, und wech is se. Selbst wenn der Tag bis zum Letzten ausgereizt wird und noch in den nächsten übergeht, bringt einen das auch nicht weiter. Nee, weil man dann am nächsten nämlich länger schlafen muss.

Genug geplaudert, meine Lösung ist momentan, und mit der komm' ich echt gut klar: nimm dir nur noch das vor, wo du weißt, das schaffst du auch. Denn sich zu viel vorzunehmen, enttäuscht hinterher meistens nur.

Und jetzt hab ich die Überleitung zu meinem heutigen Rezept auch irgendwie nicht drauf, aber die ersten drei Absätze mussten einfach mal raus, ich kann mir vorstellen, auch euch beschäftigt dieses Thema des Öfteren.

Zeit nehmen. Zum Beispiel, um Neues auszuprobieren, diesen Sonntag sollte es eine vegane Pizza werden. Klar, Pizza vegan geht eigentlich ganz leicht, einfach den Käse und die Wurst weglassen. Aber ich habe mich mal an eine vegane Käseadaption gewagt, denn in der veganen Küche mimt man Käse ja meistens mit Cashews/Pinienkernen/Mandeln nach, so ist veganer Parmesan beispielsweise oft aus Mandeln und diese "Mozzarellacreme" auf der Pizza ist nun aus Cashewkernen. Allerdings noch gepimpt mit Schalotten und Knoblauch, sodass sie geschmacklich doch ganz anders als Käse ist, aber die Konsistenz nach dem Backen konnte wirklich an Käse erinnern (ha, nur dass sie keine lästigen Fäden beim Abbeißen gezogen hat, großer Pluspunkt also!).


Das Rezept habe ich als "flatbread" bei yupitsvegan gefunden, da mit Feigen und Mais, stelle ich mir auch unheimlich gut vor, da heute aber Sonntag ist, muss ich mit dem belegen, was im Haus ist. Tomaten, Oliven, Rote Zwiebeln, frischer Basilikum. Auch nicht verkehrt. Hab noch daran gedacht, eine Nekatarine raufzuschneiden, wäre geschmacklich bestimmt gelungen, habe ich dann aber doch mangels "Lust auf zu viel Süßes" weggelassen. Als Nachtisch gab's schließlich noch selbstgemachtes Eis. ;)


Desweiteren ist der Teig interessant, dieser ist zum Teil aus Amaranthmehl, wodurch er einen nussig-kernigen Geschmack bekommt. Von meiner Freundin wurde er mit dem Geschmack von Knäckebrot verglichen, das trifft es ganz gut finde ich, eine Knäckebrotpizza also, sehr super, sehr lecker.

Zutaten, so dass drei Personen gut satt werden
adaptiert von yupitsvegan
Teig
180g Weizenvollkornmehl +  extra zum Bearbeiten
120g Amaranthmehl (oder mehr Weizenmehl)
3/4 Tl. Salz
4g Hefe
1 gestr. EL Kokosblütenzucker
200-240ml lauwarmes Wasser

Schalotten-Mozzarellacreme
40g Cashewkerne, gehackt und über Nacht in Wasser eingeweicht
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 Schalotte, fein gehackt
1/2 Tl. Salz
220-240 ml Wasser
1 Tl. Limonensaft
3/4 EL Speisestärke

Belag
6-7 kleine Rispentomaten, in Scheiben geschnitten
60g Oliven ohne Kern, in Ringe geschnitten
1 rote Zwiebel, in Ringe geschnitten
2 Hände voll Basilikumblätter
Salz
Pfeffer

So geht's
Am besten bereitet ihr den Teig am Vortag zu. Dafür löst ihr die Hefe und den Zucker im lauwarmen Wasser auf. Mischt die Mehle und rührt das Hefewasser ein, solange bis ein sehr klebriger Teig entsteht. Lasst diesen abgedeckt etwa 10 Minuten ruhen. Nun knetet ihr ihn, nehmt noch ein bisschen mehr Weizenvollkornmehl, falls er euch zu klebrig ist, nach drei Minuten streut ihr das Salz rüber und knetet es noch weitere 5 Minuten mit ein. Gebt noch so viel Mehl hinzu, dass ein glatter Hefeteig entsteht. Lasst den Teig bei Zimmertemperatur abgedeckt 60 Minuten stehen, dann kommt er über Nacht in den Kühlschrank. Nehmt ihn am nächsten Tag mindestens eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank.

Für die Schalottencreme nehmt ihr etwas Wasser (KALT!) ab, und löst die Speisestärke darin auf. Die restlichen Zutaten und das restliche Wasser püriert ihr mit dem Zauberstab oder im Mixer fein, sodass es wirklich eine glatte Masse ist. Gebt diese in einen Topf und erwärmt sie knapp unter den Siedepunkt. Nun gebt ihr unter Rühren die aufgelöste Speisestärke hinzu und kocht das Ganze auf, weiter Rühren, bis es andickt. Mit Salz und Limonensaft abschmecken.

Heizt den Backofen und euren Backstein/Backblech auf 210°C vor.

Den Teig teilt ihr und rollte jede Hälfte auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche (oder auf einem gut bemehlten Stück Backpapier, das könnt ihr dann mit auf's Blech/den Stein ziehen) aus, stecht ihn mit einer Gabel mehrmals ein. Wenn der Backstein fertig aufgeheizt ist, zieht ihr die erste Pizza rauf und backt auf der 2. Schiene von unten 3 Minuten vor, holt sie aus dem Ofen, streicht die Hälfte der Schalottencreme rauf und belegt sie mit den übrigen Zutaten. Nun auf derselben Schiene in 15 Minuten fertig backen, bis der Rand knusprig braun ist und die Schalottencreme fest wirkt und ebenfalls etwas Farbe hat. Mit der zweiten Pizza verfahrt ihr genauso.

Gebt die Basilikumblätter auf die Pizza, streut noch Salz und frisch gemahlenen Pfeffer rauf und genießt sie.
Sehr gut schmeckt das Schutzengel-Gewürz von Sonnentor dazu.

Genießt die Zeit, besonders die, die ihr für euch und eure Liebsten habt!
Eure Lena

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